A prima vista

Auf den ersten Blick

Eigentlich hat sich nichts verändert:
die Kastanie vor dem Haus, vom Efeu gemartert,
die Pflaumenbäume auf ihrem blauen Teppich,
der süße Geruch der Kindheit und des Verfalls.
Vom Tal herauf dröhnen die Laster,
und der Schatten läuft eilig ums Haus,
gegen die Zeiger der Uhr, und prüft den Kummer.
Sogar der Brunnen steht noch wie ein Gedicht.
Als ich hineinsah, grüßte von unten, von Grund,
ein Gesicht, von Fröschen in Falten gelegt.
Sein Mund stand weit offen, als wollte er schreiren.
Nur die Wege ums Dorf haben sich vermehrt,
und einer führt geradenwegs durch mein Herz.
Aber sonst hat sich nichts verändert.

Michae Kru­ger (Witt­gen­dorf, 1943), da Il coro del mondo (Mondadori, 2010)

In verità niente è mutato:
il casta­gno davanti a casa, nel tor­mento dell’edera,
i susini sul loro tap­peto azzurro,
il dolce sen­tore dell’infanzia e della rovina.
Su per la valle rom­bano i camion
e l’ombra corre attorno alla casa,
in senso anti­o­ra­rio e stu­dia il dolore.
Per­sino il pozzo sta ancora lì come una poe­sia.
Quando vi guar­dai den­tro, da sotto, dal fondo
mi salutò un volto, le rane lo fanno tutto una ruga.
La bocca era spa­lan­cata come da un grido.
Sol­tanto le strade nel paese sono aumen­tate,
e una dritta dritta passa per il mio cuore.
Tutto que­sto, niente è mutato.